Jesus rockt | Buch-Rezension
Hör mir doch auf mit Jesus! Dieser alte Mann mit Bart, von dem der Pfarrer jeden Samstagabend, wenn ich mal Zeit für die Sportschau habe oder am Sonntagmorgen, wenn ich mal endlich ausschlafen kann, redet. Der existiert doch eh nicht. Und außerdem ist der nur was für meine Großeltern. Vielleicht noch an Weihnachten. So oder ähnlich denken wohl viele, vor allem jüngehttp://www.blogger.com/img/blank.gifre Menschen. Wen interessieren in einer Welt von Bits und Bytes, in einer Welt des schnelllebigen Konsums, von Wikipedia und Google, Facebook und Co schon Jesus und das Evangelium?
Haben wir wirklich das Interesse an den Grundfesten unserer abendländischen Gesellschaft so aus dem Blick verloren? Es scheint so. Doch schuld daran sind weder Jesus noch das Evangelium. Die Schuld tragen die, die so viele Scheinwahrheiten oder Falschaussagen über Jesus treffen und getroffen haben und es nicht schaffen, seine „Message“ ins 21. Jahrhundert zu übertragen. Klar, dass kein Jugendlicher sich freiwillig hin setzt, um die Bibel zu lesen. Doch dass Jesus uns heute immer noch viel zu sagen hat und ein Leben mit ihm Sinn macht, beweist uns der Theologe und Diplom - Pädagoge Martin Dreyer. Der Berliner, der schon durch seine umstrittene „Volxbibel“ bekannt wurde, hat nun mit „Jesus rockt!“ nachgelegt. Sein Anliegen ist es, Jugendliche dort abzuholen, wo sie stehen, und in ihrer Sprache mit Beispielen aus ihrem eigenen Leben von Gott und vom Glauben zu berichten. Ein sicherlich schwieriges, auf alle Fälle aber spannendes Unterfangen.
Kritik: Die Bibel ist ein altes Buch, das in unzeitgemäßer Sprache geschrieben ist. Gerade Jugendliche kommen oft mit den Begriffen, die in der Bibel benutzt werden, nicht mehr klar. Auch ältere Semester, die sich nicht unbedingt in ihrer Freizeit schwerpunktmäßig mit Theologie oder Germanistik befassen, dürften bei vielen Begriffen, aber auch beim Inhalt ins Straucheln geraten. Hinzu kommt, dass das Bild, welches uns von Jesus übermittelt wird, oftmals von gesellschaftlichen Vorstellungen verstellt wurde, dass wir vieles vom Hörensagen her falsch mitgeteilt bekommen haben und so ein ganz anderes Bild von Jesus haben, als das Evangelium uns ursprünglich vermitteln will.
Daher ist es gut, dass es Menschen wie Martin Dreyer gibt, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Botschaft und das „Mehr“ was Jesus ausmacht, zeitgemäß und adressatengerecht zu vermitteln. Wenngleich seine Sprache und die Bilder, die er zeichnet ein wenig überspitzt sind, denke ich, dass das, was er mitzuteilen hat, wichtig ist. Ein Beispiel: Dreyer spricht von den Heilungen und Wundern Jesu und zieht einen Vergleich zwischen den Heilungen und AIDS. Auch sprachlich entgleist Dreyer manchmal etwas. Anbiedern bei der Zielgruppe sollte nicht das Ziel sein, auch wenn es „nur“ sprachlicher Natur ist. Manches wirkt arg gekünstelt. Positiv hingegen ist, dass Dreyer eine Art hat, Jugendlichen die Botschaft Jesu zu vermitteln, die abseits des „Kanzel-Predigtstils“ anzusiedeln ist. Stattdessen bindet er sich mit ein und erzählt von seinen Erfahrungen mit Jesus. Dreyer holt Jesus und seine Botschaft hinein ins Leben der Jugendlichen und zeigt an Themen, mit denen sich die Jugendlichen identifizieren können, wie aktuell immer noch Jesu Botschaft ist. Gleichzeitig macht Dreyer auch neugierig auf die „alten“ Geschichten und motiviert, auch einmal das Original zu lesen.
Gelungen sind auch die Erfahrungsgeschichten der unterschiedlichen Menschen, die von ihren Erfahrungen mit Jesus sprechen und dem, was sich für sie persönlich verändert hat, seitdem sie Jesus in ihr Leben gelassen haben.
Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Gerth Medien für das bereit gestellte Rezensionsexemplar.
7
von 10
Ein insgesamt empfehlenswertes Buch.
Die inn-joy Redaktion vergibt 7 von 10 inn-joy-Punkten.
Titel: Jesus rockt
Autor: Martin Dreyer
Verlag: Pattloch / Gerth Medien
ISBN-10: 9783629022851
ISBN-13: 978-3629022851
J. Langner
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen